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ÜBER UNS
Nach der Konstituierung des Zentralverbandes der ungarischen Vereine und Organisationen in Österreich am 9. Februar 1980, dessen wichtigste Zielsetzung die Anerkennung der österreichischen Ungarn als
Volksgruppe war, erschien die weitere Intensivierung einer organisierten und effizienten Vereinstätigkeit unabdingbar. Insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Großteil der in Österreich tätigen ungarischen Angestellten
und praktisch die Gesamtheit der Freiberufler und Unternehmer bis dato am Vereinsleben nicht teilnahmen.
Man musste also an eine neue Art der Zusammenarbeit mit diesen in die österreichische Gesellschaft voll integrierten Personen denken. Dr. Lajos Szabó von der Creditanstalt-Bankverein schuf unter Einbeziehung seiner Freunde, Bekannten und
ungarischen Geschäftspartner jenen Kern, aus dem am 21. Februar 1984 mit 49 Mitgliedern der Kaláka-Club entstand. Der Name des neu gegründeten Vereines definierte auch dessen Zielsetzung: der volkstümliche Begriff „Kaláka“ bezeichnet im
Ungarischen die gutnachbarliche, nicht auf Entlohnung ausgerichtete Zusammenarbeit zur Realisierung großer Aufgaben, wie z.B. beim Bau eines Hauses. Auch die Zusammensetzung des Vorstandes erwies sich als äußerst hilfreich: zu Dr. Lajos
Szabó gesellten sich der Architekt Dr. Miklós Karácsonyi als Generalsekretär, der Internist Dr. Tibor Szepesi und der Apotheker Dr. Tivadar Mikes als Vizepräsidenten, der Steuerberater Gábor Horváth als Kassier, der bei der
Forschungsanstalt Seibersdorf beschäftigte Biologe Dipl.Ing. Károly Turanicz als Kassier-Stellvertreter und der Kunsttischler István Börcsök, der Historiker Dr. Ernö Deák und der Handelsvertreter Béla Kocsis als Referenten. Als
Rechnungsprüfer fungierten der Tierarzt Dr. János Sipos und der Filmtechniker István Rehák.
Die weitere Entwicklung des neuen Vereines ist als sehr erfolgreich zu bezeichnen. Bereits in den ersten Jahren stieg die Zahl der Mitglieder auf mehrere Hundert. Hiebei war besonders der Umstand hilfreich, dass der Kaláka-Club weder in
seiner Zielsetzung, noch in der Zusammensetzung eine Konkurrenz für andere, bereits bestehende Vereine darstellte. Die Mitglieder des Vorstandes unterhielten freundschaftliche Beziehungen zueinander, die meisten kannten einander noch aus
der gemeinsamen Schulzeit. Die Anwerbung neuer Mitglieder erfolgte vor allem bei gemeinsamen Abendessen, an denen nicht selten 150-180 Personen teilnahmen. Unter den neuen Initiativen des Vereines ist besonders die Erstellung eines
Unternehmer-Nachschlagewerkes zu erwähnen, das seit 1985 in Form eines Jahrbuches erscheint. Es enthält Adressen von Firmen aus dem Wiener Raum und aus dem Burgenland, in denen Ungarisch gesprochen wird.
In der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre kam es auf der politischen Bühne zu einer Konsolidierung der Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn, was auch zu Versuchen seitens der Volksrepublik Ungarn führte, die Tätigkeit der in Wien und
im Burgenland existierenden ungarischen Vereine zu beeinflussen. Als besonders unpassend wurde seitens der ungarischen Regierung das Hochhalten des Geistes von 1956 angesehen. Obwohl der Kaláka-Club in seinem Titel die Beifügung
Ökonomische Interessengemeinschaft der Ungarn in Österreich führt und gemäß seiner Satzungen unpolitisch agiert, sah er sich mit dem Missfallen der ungarischen Regierung konfrontiert, dass er als Mitglied des Zentralverbandes agierte und
sich nicht dem Kreis der im Collegium Hungaricum kollaborierenden Vereine anschloss. Durch wirtschaftliche Interessen einzelner Mitglieder in Ungarn kam es in weiterer Folge zu leidenschaftlichen Diskussionen in der Führung des Clubs,
insbesondere anlässlich des 30. Jahrestages der Revolution von 1956. Die Botschaft der Volksrepublik Ungarn empfahl „vertraulich“ die Entfernung der „politisierenden“ Mitglieder aus den Führungsfunktionen. In dieser Situation schien es nur
noch zwei Möglichkeiten zu geben: entweder den kollaborierenden Vereinen beizutreten und dadurch eine günstigere Startposition für wirtschaftliche Kontakte in Ungarn zu schaffen oder die Auflösung des Vereines zu beschließen.
In dieser unglücklichen Situation legte Dr. Lajos Szabó sein Amt nieder, um dem Odium der Unterwerfung zu entgehen. Dem in der Generalversammlung vom 21. Oktober 1988 neu gewählten Präsidenten Dipl.Ing. Miklós Karácsonyi oblag es dann bis
zu seinem Rücktritt im Jahre 1998, den Verein durch die Wirrnisse zu führen. Ihm zur Seite standen sein Stellvertreter Gábor Horváth, der Sekretär Dipl.Ing Károly Turanitz, dessen Stellvertreter Dr. Ernő Deák, die Kassiere Lehel Nagy und
Bea Jurányi und die Beisitzer István Rehák, Dipl.Ing. László Radics und der Arzt Dr. László Karácsonyi.
Die Wende in Ungarn und die Anerkennung der in und um Wien lebenden Ungarn als Volksgruppe änderte die Aufgaben, so auch die Tätigkeit des Kaláka-Clubs. Als besonders günstig hat sich der Umstand erwiesen, dass der Club als Mitgliedsverein
des Zentralverbandes über einen fixen Vereinssitz und ein ständiges Veranstaltungslokal verfügt, zunächst im 3. Wiener Gemeindebezirk und seit Ende 1999 im „Ungarischen Heim“. Seit der Generalversammlung vom 17. April 1996 fungierte Béla
Kocsis als Präsident, unterstützt von seinem Stellvertreter Dipl.Ing. Miklós Karácsonyi, der Generalsekretärin Erzsébet Wurst, deren Stellvwertreter Dr. Ernő Deák, den Kassieren Katalin Bálint (ab 1997 László Fazekas) und Lehel Nagy und
den Beisitzern Gábor Horváth, Dr. László Karácsonyi und Zsuzsa Rodriguez-Brena.
Im Jahre 2004 ist Ungarn der Europäischen Union beigetreten. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für die österreichischen Ungarn und auch der Kaláka-Club sieht sich mit neuen Aufgaben konfrontiert. Die derzeit sich im Amt
befindlichen Führungsorgane des Vereins sind aber überzeugt, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Ungarn in Österreich angesichts des Verschwindens der Grenze und der schrittweisen Verwirklichung der Niederlassungsfreiheit sowohl in
Österreich wie auch in Ungarn nach wie vor wünschenswert und für die Zukunft der Volksgruppe außerordentlich wichtig ist.
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